Montag, 10. September 2012

Grabungspraktikum

So wie versprochen kommt ein kleiner Bericht und ein paar Bilder von meinem Praktikum. 
Wir waren eine Woche in Solnhofen, Kreis Eichstätt im Altmühltal, Bayern und haben dort im Bürgermeister-Müller Museum gearbeitet und viele nette Leute kennengelernt. 

Es gibt in der Region viele Steinbrüche da dort Plattenkalke aus dem weißen Jura vor ca. 150 Mio Jahren zu finden sind. 
Weltberühmtheit hat Solnhofen erlangt durch den sogenannten Lithographischen Plattenkalk welcher sich für farbige Drucke der sogenannten Flachdruckmethode aus dem 19.ten Jahrhundert eignet. 
Ausserdem wurde in der Region um Eichstätt im Jahre 1861 erstmals der Urvogel Archaeopteryx entdeckt. Von dem Dinosaurier wurden mehrere teils gute und schlechter erhaltene Exemplare sowie Federn gefunden. Das Jura Museum in Eichstätt besitzt einen von 1951 und der schönste von 1874-1876 gefundene ist in Berlin zu sehen.
Exemplar von 1951 aus dem Jura Museum in Eichstätt
Es gibt heute noch gelegentlich "lebende Fossilien" die bereits vor Jahrmillionen Jahren unverändert gelebt haben, ein Beispiel ist der Quastenflosser, ein großer Fisch der seit der Kreidezeit (wie auch der Tyrannosaurus Rex) als Ausgestorben galt und in einer Ökologischen Nische vor Südafrika 1938 wieder entdeckt wurde.
Im Jura Museum gibt es ebenfalls solche lebende Fossilien und zwar den Pfeilschwanzkrebs und den Nautilus, letzterer war jedoch leider nicht da weil das Becken gewartet wurde.
Lebendes Fossil der Pfeilschwanzkrebs
Hier das echte Fossil aus dem Jura 
Strahlenflosser
Krokodile findet man auch
Schlangenseesterne
Der Juravenator starki 152 Mio Jahre alt
Leider hab ich es total verpennt die große Platte im Solnhofener Museum zu knipsen wo mehr wie 3800 Fische drauf gefunden wurden. Hier ist eine kleinere die ist aber nichtmal ein sechstel von der anderen.
Fische
Ausserdem haben wir noch Wunderschöne Sandsteinblöcke aus dem Tertiär mit großen Muscheln drauf zum präparieren bekommen. Es war etwas bröselig aber hat richtig spaß gemacht. Wir sollten die Muscheln nur etwas säubern und noch ein wenig mehr freilegen damit das Gesamtbild am Ende gut aussieht.
ca. 15cm große Muscheln
Wunderschön aber sehr bröselig
Nach der tollen und vor allem Erfahrungsreichen Woche sind wir dann für die restlichen 3 Wochen weiter nach Kallmünz, Kreis Regensburg gefahren und haben dort einen Ort weiter in Brunn nach Fossilien gegraben.
Für Privatleute ist das suchen dort nicht gestattet gut das wir dort ein offizielles Praktikum absolvieren konnten.
Man findet dort Hauptsächlich kleine Ammoniten, Brachiopoden, Seeigelstachel und Pflanzen aber es wurde auch schon ein Flugsaurier und ein kleiner Hai gefunden. 
Alle Fossilien findet man auf dieser Seite.
Unsere Grabungsfläche am Anfang mein Bereich ist der letzte gaaanz hinten wo der blaue Hammer liegt
Das Werkzeug ist eher fein da die Platten gut und schmal spalten
Der Steinbruch ist nicht sehr groß aber man findet viel
Mein Platz ist ganz links wo der feine Meißel liegt Praktisch ist der Schutthaufen wenn eine Schicht abgetragen ist wirft man alles darauf und kann dort zur Not nochmal suchen wenn was fehlt
Ein Speiballen dies ist wohl ein ausgekotzter Krebs ;-D
Ein Kugelfisch zum Teil schon sichtbar hier haben wir den Fall mit dem suchen, da der Kopf (unten) noch fehlt
Meine Fläche nach den 3 Wochen ich bin am Boden angekommen
Zwischendurch waren wir noch ein paar Tage in Pfalzpaint, Kreis Eichstätt. Dort kann man Quallen finden wir selber haben zwar keine gefunden durften aber einem Geologen behilflich sein und haben die Vorbereitung für ein Profilnehmen unternommen. Dazu muss der gewünschte Bereich von ca. 1m breite von sämtlichen Schutt, lockeren angewitterten Steinen und Dreck wie Lehm befreit werden.
Der ganze Haufen musste weg und war fast so groß wie ich (1,60m)
Die "saubere" Fläche und wir waren ganz dreckig und fertig
Der Geologe hat sich dann Schicht für Schicht eine Probe abgepickt und lässt diese auf die Mineralienbestandteile und Mikrofossillien untersuchen.
Am letzten Tag haben wir dann noch das Kalkwerk Rygol in Painten besucht, dort ist auch ein kleiner Bereich abgesperrt wo dann nach Fossilien gesucht werden darf. Dies gilt für 2 Jahre und nach der Zeit wird es wieder zum Abbau freigegeben.

Also ich war ja am Anfang skeptisch aber die Arbeit hat doch spaß gemacht, klar zwischendurch wenn man nichts gefunden hat wars auch schonmal langweilig aber im großen und ganzen fand ich es sehr gut. Ich bin mal gespannt wo es mich nach meiner Ausbildung hin verschlägt.



Kommentare:

  1. in dem Solnhofener Kalksteinbruch hab ich als Kind auch schon mal gepickert ^^ eine kleine Platte mit irgendwas drauf hab ich sogar noch xD

    wir waren öfter mal im Altmühltal und jedes mal wieder im Jura Museum! ich find's dort immer wieder toll <3

    liebe Grüße
    shira

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  2. Ah coole sache, ja ich könnte auch gleich wieder hin fahren das Museum ist echt toll. Wenn Du magst mach doch ein Bild von der Platte und schicks mir ich kann Dir vielleicht sagen was es ist.
    Mein nächstes Ziel ist das Museum in Bamberg davon hab ich schon ne Menge gehört und nur gutes.

    LG bakeneko

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    1. so, jetzt hab ich endlich mal schauen können, wo ich meine Platten nach dem Umzug hinhab und festgestellt: meine Mutter hat die selbst Ausgebudelten.. ich hab nur die Gekauften, wo hinten drauf steht was es ist ;o)

      aber vielen Dank für das Angebot!

      liebe Grüße
      shira

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  3. Sehr interessant, ich hab hier auch noch ein paar Muscheln und Abdrücke, vielleicht blogge ich das mal.
    LG
    Froschmama

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  4. Ja das wär super dann kann ich üben und Dir hoffentlich sagen was das ist ;-D

    LG bakeneko

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